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Das Konzert ihres Lebens: Havanna - The Rolling Stones live auf Kuba

Von Thomas Steierhoffer


Lange haben wir auf diesen

Moment gewartet. Mit

„Blue And Lonesome“ gab

es Ende 2016 das erste Studioalbum

der Rolling Stones seit elf

Jahren. Es ist der Nachfolger zu

„A Bigger Bang“ von 2005.

Und diesmal ist die Überraschung

ähnlich groß wie die Freude über

die neue Platte. Denn bis auf ein

paar Teaser und Bilder auf ihren

Social-Media-Kanälen ließen

Mick, Keith, Charlie und Ronnie

ihre Fans zunächst im Dunkeln.

Jetzt haben wir aber endlich die

Gewissheit: „Blue And Lonesome“

heißt das neue, zwölf Songs starke

Werk der britischen Rocklegenden

– benannt nach dem gleichnamigen

Song von Little Walter. Dabei

handelt es sich um ein Bluesalbum,

für das sich die Stones einigen

der größten Klassiker des Chicago

Blues gewidmet haben, darunter

Songs von Howlin’ Wolf, Otis

Rush, Willie Dixon, Jimmy Reed

und vielen anderen Blueslegenden.

Die Aufnahmen für das neue Album

fanden zusammen mit Produzent

Don Was in Mark Knopflers

British Grove Studios in London

statt, wie bereits ein Albumteaser

verriet. Unterstützung erhielt

die Band dabei von ihren Tourmusikern

Darryl Jones (Bass),

Chuck Leavell (Keyboards) und

Matt Clifford (Keyboard). Außerdem

schaute niemand Geringeres

als Eric Clapton für zwei Gastauftritte

vorbei.

Neben der Standard-CD gibt es

„Blue And Lonesome“ als Doppel-

LP sowie als Limited-Deluxe-

Box. Diese enthält das Album

auf CD, ein Hardcoverbuch und

fünf Kunstdrucke der Band.

2016 war tatsächlich ein gutes

Jahr für alle Stones-Fans: Neben

„Blue And Lonesome“ präsentierten

die Rocklegenden mit „Havana

Moon“ den Mitschnitt ihres

legendären Kuba-Konzertes vom

März 2016.

Die Rolling Stones haben im

Laufe ihrer über 50-jährigen Karriere

schon überall gerockt – naja,

nicht ganz. Ein kleines Fleckchen

Erde fehlte seit jeher auf ihrer

Liste: Kuba. Der Grund: der Staat

hatte die Stones und den

Rock’n’Roll jahrelang nahezu

komplett verboten.

So war es ein historischer Moment,

als die Band ihr erstes Konzert in

der kubanischen Hauptstadt Havanna

gab. Mit „Havana Moon“

gibt es jetzt den Konzertfilm und

das Livealbum dieses denkwürdigen

Auftrittes.

Keith und Mick und Ronnie und

besonders Charlie waren in Havanna

dermaßen in Form, dass

mir die Gänsehaut über den Buckel

perlte. Castro hatte ihre Musik

verboten. Und jetzt schaut in die

Augen der Kubaner. Die Macht

der Musik macht endlich auch

diese Menschen frei. Das größte

Konzert des alten Jahres mit der

größten Band aller Zeiten. Halleluja!

Wer kann das Gefühl besser

verstehen als ich, aufgewachsen

hinter Mauer und Stacheldraht?

Und das Programm der Stones

bei ihrem kostenlosen Debüt auf

Kuba war ganz große Klasse. Alle

alten Kracher mit „Satisfaction“

im Finale. Ich verneige mich tief,

ganz tief!


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