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Die alten Männer sind nicht müde - „Now What?!“ von Deep Purple


Mit „Now What?!“ haben Deep

Purple ein aktuelles Album

vorgelegt, das derzeit auf der Liste

der Alben des Jahres 2013 ganz

vorne liegt. Von den frühen Besetzungen

der Band sind Roger Glover

am Bass, Ian Paice am Schlagzeug

und Ian Gillan am Mikrophon noch

mit am Ball. Und gerade der Drummer,

der die Urbesetzung und damit

den Ältestenrat repräsentiert, gibt

den Takt und den Rhythmus in enger

Begleitung seines Kollegen am

Bass so vor, wie die Mitglieder

der Deep-Purple-Fraktion das seit

den 70er Jahren nicht mehr gehört

haben. Das knallt richtig rein und

erfreut das Herz der Freunde eines

gepflegten Hardrocks. Dabei klingen

die alten Männer, die heute

mit Steve Morse an der Stromgitarre

und Don Airey an den Keyboadrs

arbeiten, alles andere als nostalgisch

oder verstaubt. Gerade der Mann

an den Tasteninstrumenten macht

seine Sache wirklich hervorragend!

Denn schließlich ersetzt er seit geraumer

Zeit schon den König an

den schwarzen und weißen Tasten.

Jon Lord war im Sommer letzten

Jahres gestorben und hinterließ

eine tiefe Lücke in der internationalen

Beatgemeinde. Dennoch

kommen Deep Purple in diesem

Frühjahr mit einer von Bob Ezrin

produzierten Scheibe, die tatsächlich

ein Tribute-Album für Jon Lord

geworden ist. Mitunter klingen die

tief purpurnen Rocker wie Fairport

Convention („Above And Beyond“),

mal wie The Doors („Blood

From A Stone“) und dann ganz

einfach wie Deep Purple („Apres

Vous“). „Riders on the Storm“ lässt

bei „Blood From A Stone“ herzlich

grüßen. Wie das Rhodes Piano hier

umherschwebt und diese einzigartige

Stimmung heraufbeschwört,

ist ganz großes Kino. Besonders

der Opener des Albums weckt Erinnerungen

an den wunderbaren

Gesang, den Ian Gillan auf dem

legendären „Concert For Group

And Orchestra“ so präzise, aber

eben auch nur sehr kurz beisteuerte.

Schön, dass es die Band noch gibt,

die auch heute noch alles andere

anbietet als volkstümelnde Weisen

oder Tanzmusik fürs Altenheim.

Denn die Senioren streiten sich ja

doch eher, ob die Beatles oder die

Stones ihre Jugend mehr geprägt

haben. ts.

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