Music Non Stop

Von Norbert West




Bevor die Neue Nationalgalerie

aufgrund dringender

Sanierungsmaßnahmen

- sagen wir mal auf berlinerisch

- „für unbestimmte Zeit“ schließen

muss, kam es in dem Mies van

der Rohe-Bau zu einem ganz besonderen

Event der Moderne. Die

Kultband Kraftwerk präsentierte

vom 6. bis zum 13. Januar ihren

„Katalog 1-2-3-4-5-6-7-8“ – acht

Tage, acht Konzerte, jeden Abend

ein Studioalbum plus umfangreiches

Best-Of-Material von „Autobahn“

(1974) bis „Tour de

France“ (2003), in 3-D, natürlich

sofort ausverkauft und immer von

20 bis Punkt 22 Uhr wegen Lärmschutzauflagen!

Ich hatte es irgendwie geschafft,

online 2 Karten für das Konzert

Nummer 3 „ Transeuropa Express“

zu ergattern. Es gab personalisierte

Tickets mit „Ausweis zeigen“ am

Einlass und somit auch keine exorbitanten

Schwarzmarktpreise.

Nun kann man sich das Konzert

auch auf Youtube & Co gemütlich

zu Hause auf dem Sofa ansehen.

Die Katalog-Idee ist nicht neu

und wurde bereits u. a. im MoMA

in New York und der Kunstsammlung

NRW in Düsseldorf präsentiert.

Aber nein, der kristallklare

Sound, die fantastischen 3-D-Videoaminationen

und die tolle Location,

das alles zusammen - ein

wirklich großes Erlebnis. Und äußerst

symphatisch: es menschelt.

An zwei bis drei Stellen kommt

es zu minimalen, aber hörbaren

„Verspielern“. Die „Mensch-Maschine“

arbeitet also wirklich live

an den vier Kommandopulten.

Ehrfürchtig verlassen wir den Ort

des Geschehens. Sollte es zu

weiteren Kraftwerk-Konzerten

kommen, unbedingt hingehen!

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